Porno Bonus by Adam Bota

www.adambota.com

in Kooperation:
www.galerieschlossparz.at

 

Kaum ein anderer Begriff kommt so anziehend wie abstoßend zugleich daher, als jener der Pornografie. Er entzieht sich einer allgemeingültigen Definition. Denn was als pornografisch gilt, ist immer auch Ausdruck sich wandelnder Moralvorstellungen der Gesellschaft. Mit diesem Wandel treibt der Wiener Künstler ADAM BOTA ein Spiel. Ein Spiel mit Wahrnehmungskonventionen, mit der political correctness, dem voyeuristischen Blick und vor allem: ein Spiel mit Bewegung.

Vexierbildern ähnlich, fordern die großformatigen Arbeiten den Standpunkt des Betrachters nicht nur örtlich, sondern insbesondere ideologisch heraus. So verbergen sich hinter der überwältigenden Expressivität Bildmotive der Pornografie. Vorlagen, die Adam Bota vorwiegend aus dem Internet bezieht und deren Auswahl nicht auf der Darstellung des explizit Sexuellen basiert, sondern von der Suche nach der körperlichen Bewegung in der hypersexualisierten Bildsprache der Pornografie geleitet ist. In einem akribisch durchkalkulierten Abstraktionsprozess verhilft er so den Bewegungen zu einer neuen Sprache, verfremdet und überschreibt jegliche geschlechtliche Zuordenbarkeit. Damit werden heteronormative Grenzen überschritten, wie sie die Mainstreampornografie gerne zu ziehen sucht. Das Körperliche bleibt am Ende zwar der Wahrnehmung zugänglich, gleichzeitig lösen sich die geschichteten nackten Körper in der abstrakten Bildkomposition auf.

Mit dieser Umschreibung zensiert sich Bota bewusst auch selbst. Selbstzensur als Strategie, dem Paradoxon des gesellschaftlichen Umgangs mit Pornografie zu begegnen. Steht doch die zunehmende Nachfrage an pornografische Inhalte im Widerspruch zu einer vermeintlichen Ablehnung dieses Marktes. In diesem Sinne lässt sich auch der Titel der Ausstellung verstehen: PORNO BONUS ist damit eine ironische Anspielung auf die Doppelmoral der angeblich »pornografisierten Gesellschaft«, die zwar der Anziehungskraft des Wortes und der erotischen Bildsprache verfällt und dennoch keine Konsumentin sein will.

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